Eine neue politische Kultur
31. März 2026Wochenbriefing 12
Moin,
die letzte Zeit war für mich persönlich schwer: Meine Mutter ist gestorben. Ich konnte sie in den letzten Wochen und besonders in den letzten Tagen mit meiner Familie begleiten, hatte Zeit für Gespräche und Abschied.
Ich danke allen sehr, die mir in diesen Tagen mit Verständnis, Rücksicht und Anteilnahme begegnet sind.
Am Donnerstag war ich bei zwei sehr unterschiedlichen, aber inhaltlich eng verbundenen Veranstaltungen: dem Forum Zukunft Stadt im CORE und der Mitgliederversammlung von Gemeinsam für Oldenburg e.V.
Mein Eindruck aus beiden Abenden war klar: Oldenburg hat viele Ideen und großes Potenzial. Jetzt braucht es Mut, strategische Klarheit und mehr Tempo in der Umsetzung.

Die letzte Woche in 60 Sekunden
Forum Zukunft Stadt im CORE:
Eine starke Veranstaltung mit tollen Referent:innen und vielen guten Impulsen für moderne Stadtentwicklung. Besonders deutlich wurde: Zukunftsweisende Stadtentwicklung braucht beides — langfristiges strategisches Denken und die konsequente Umsetzung konkreter Maßnahmen.
Mitgliederversammlung von Gemeinsam für Oldenburg e.V.:
Auch dort gab es eine engagierte und konstruktive Diskussion. Sichtbar wurde erneut, wie wichtig Erreichbarkeit, Frequenz und eine attraktive Innenstadt für Einzelhandel, Märkte und Handwerksbetriebe sind.
Meine politische Erkenntnis der Woche:
Lebensqualität und Aufenthaltsqualität sind keine Nebenthemen. Sie sind ein harter Standortfaktor. Sie entscheiden mit darüber, ob Fachkräfte kommen, Handel funktioniert, Menschen gerne in die Stadt kommen und eine Stadt wirtschaftlich stark bleibt.
Schwerpunkt: Oldenburg als lebenswerte und starke Zukunftsstadt
Was macht moderne Stadtentwicklung aus?
Für mich ist die Antwort klar: Eine gute Stadt funktioniert im Alltag der Menschen. Sie ist lebenswert, sicher, erreichbar, wirtschaftlich stark, klimaresilient und gut organisiert.
Beim Forum Zukunft Stadt wurde deutlich: Erfolgreiche Städte investieren in gute öffentliche Räume, starke Quartiere, kluge Mobilität und eine Stadtentwicklung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Gerade beim Thema Mobilität liegt oft der größte politische Konflikt. Denn die Frage, wie wir den öffentlichen Raum nutzen, berührt Gewohnheiten, Interessen und Emotionen. Aber ich glaube: Wenn wir Mobilität fair, sicher und pragmatisch organisieren und die Ergebnisse sichtbar verbessern, dann wird dieser Weg am Ende auch belohnt.
Oldenburg hat beste Voraussetzungen dafür. Wir müssen unsere Stadt nicht neu erfinden. Aber wir müssen sie konsequenter weiterentwickeln.
Drei Projekte, die für mich gerade besonders viel Sinn ergeben
1) Die Innenstadt größer denken
Innenstadt ist mehr als nur Fußgängerzone. Für mich reicht der Blick vom Pferdemarkt bis zur Cäcilienbrücke und vom Hauptbahnhof bis zum Olantis. Wenn wir die Innenstadt so verstehen, können wir Aufenthaltsqualität, Mobilität und unterschiedliche Nutzungen viel klüger zusammendenken.
2) Ein Mobilitätssystem, das mehr Menschen bringt – nicht mehr Stau
Der Einzelhandel braucht Frequenz. Deshalb brauchen wir ein multimodales Verkehrssystem, das die Innenstadt besser erreichbar macht: mit besserem ÖPNV, durchgehenden Fahrradstraßen, Park-and-Ride gemeinsam mit den Umlandgemeinden und guten Umstiegen. So kommen mehr Menschen in die Stadt — ohne noch mehr Verkehrsstress.
3) Blau-grüne Infrastruktur und starke Stadtteile
Oldenburg braucht eine Stadtentwicklung, die Klima, Lebensqualität und Alltag zusammendenkt: Schwammstadt, Zugänge zum Wasser, mehr Grün, mehr Bäume, mehr Schatten, weniger versiegelte Flächen, starke Stadtteilzentren und bezahlbares Wohnen. Das ist konkrete Vorsorge für Lebensqualität und Klimaanpassung.
Was ich aus den Gesprächen mitnehme:
Bei den Gewerbetreibenden wurde noch einmal sehr klar:
Die Innenstadt braucht nicht nur Debatten, sondern auch konkrete Unterstützung.
Es geht um Erreichbarkeit, Frequenz, Sicherheit, Sauberkeit und Aufenthaltsqualität. Und es geht darum, die Innenstadt nicht einfach dem Strukturwandel zu überlassen, sondern sie aktiv weiterzuentwickeln.
Deshalb will ich die Innenstadt zur Chefsache machen.
Eine starke Innenstadt entsteht nicht zufällig. Sie braucht strategische Führung, bessere Zusammenarbeit zwischen Stadt, Handel, Eigentümer:innen und Gastronomie — und den Mut, neue Lösungen zu testen.
Eine Idee, die ich dabei besonders spannend finde, ist ein Oldenburger Liefersystem: lokal einkaufen, vor Ort oder von zu Hause aus, und die Ware trotzdem bequem bekommen. Das stärkt den Handel, verbessert den Service und reduziert unnötigen Verkehr.
Ein Impuls für die ersten 100 Tage
„This is Oldenburg“
Ein Samstag, an dem wir Menschen mit Shuttlebussen aus dem Umland in die Innenstadt holen und Oldenburg von seiner besten Seite zeigen.
Nicht als bloßes Event, sondern als Signal:
Unsere Innenstadt ist attraktiv. Unsere Stadt ist gastfreundlich. Und wir sind bereit, neue Wege zu gehen, um Oldenburg als starkes Zentrum der Region sichtbar zu machen.
So etwas kann nur funktionieren, wenn Handel, Gastronomie, Kultur, Stadtmarketing und Stadt gemeinsam an einem Strang ziehen. Genau darin liegt für mich die Aufgabe eines Oberbürgermeisters: Menschen und Kräfte zusammenzubringen, damit aus guten Ideen sichtbare Wirklichkeit wird.
Danke, dass ihr diesen Weg mitgeht!
Besucht meine Webseite (www.oldenburg-mit-dir.de) und kommt in mein Wahlkampfteam. Ich will Oldenburg zur Zukunftsstadt machen. Mit Dir.
Herzliche Grüße
Jascha
