Stadtentwicklung für die Zukunft
16. März 2026Bürgerengagement und -beteiligung
31. März 2026Wochenbriefing 14
Moin,
nach mehr als einem halben Jahr im Wahlkampf und über einem Jahr Kandidatur habe ich die politische Stadt Oldenburg besser kennengelernt. Und ich erlebe dabei zwei Wahrheiten gleichzeitig.
Die erste: Es gibt in Oldenburg viele engagierte, kluge und ehrliche Menschen, die sich in Parteien, Vereinen, Initiativen, Gremien und Institutionen für diese Stadt einsetzen. Man kennt sich, begegnet sich immer wieder, spricht miteinander, empfiehlt einander weiter. Das ist erst einmal nichts Schlechtes. Es zeigt, dass es in dieser Stadt einen lebendigen politischen und gesellschaftlichen Betrieb gibt.
Die zweite Wahrheit irritiert mich mehr.
Denn je länger ich dabei bin, desto stärker sehe ich auch, wie sehr Politik in Oldenburg von einem vergleichsweise kleinen Kreis geprägt wird, der sich kennt, Zugänge hat und in vielen Kontexten immer wieder auftaucht. Und ich frage mich: Wo sind eigentlich die anderen fast 180.000 Menschen dieser Stadt? Wo sind diejenigen, die arbeiten, Kinder versorgen, Angehörige pflegen, im Alltag unter Strom stehen und vielleicht gute Ideen hätten, aber weder Zeit noch Lust haben, sich durch politische Zirkel und Abendtermine zu bewegen?
Ich sage das auch selbstkritisch. Denn natürlich bin auch ich privilegiert. Ich kann diesen Wahlkampf nur führen, weil ich mir als Unternehmer meine Zeit freier einteilen kann, weil meine Kinder aus dem Haus sind und weil ich die Ressourcen dafür habe. Und auch als Parteiloser merke ich: Wer in die Politik geht, beginnt schnell, sich in genau diesen Netzwerken zu bewegen, längst bin auch ich schon ein Teil davon.
Ich glaube nur nicht, dass wir uns damit zufriedengeben sollten.
Denn Politik darf nicht vor allem für diejenigen funktionieren, die die richtigen Kontakte, die meiste Zeit und die größte Nähe zum politischen Betrieb haben. Sie muss offen bleiben für die ganze Stadt.
Genau da verläuft für mich auch die Trennlinie in diesem Wahlkampf: zwischen einem Politikstil, der sich vor allem in bestehenden Netzwerken bewegt — und einem Politikstil, der die Stadt wieder weiter aufmacht.
Ich will als Oberbürgermeister kein Rathaus, das sich mit sich selbst beschäftigt und in eingespielten Strukturen oder Parteilinien verharrt. Ich will ein offenes, transparentes und zugewandtes Rathaus. Eines, das in die Stadtteile rausgeht, zuhört, ermöglicht, vereinfacht, vernetzt und neue Menschen dazu ermutigt, Verantwortung zu übernehmen, ein Rathaus, das Allianzen schmiedet.
Oldenburg braucht keinen Oberbürgermeister, der vor allem Teil des politischen Betriebs ist. Oldenburg braucht einen Oberbürgermeister, der den politischen Betrieb verändert.
Die letzte Woche in 60 Sekunden
- Social-Media-Team: Mit viel Spaß, Kreativität und guter Energie haben wir unsere Osteraktion vorbereitet. Einfach, weil’s Spaß macht und erst mal gar nicht politisch ist. Ich freue mich sehr darüber, wie engagiert und ideenreich dieses Team arbeitet. Folgt uns auf Instagram, um an der Aktion teilzunehmen, insbesondere am Ostermontag!“
- Eröffnung des OsterLandes: Am Freitag war ich auf dem Schlossplatz bei der Eröffnung. Das OsterLand ist ein bunter Markt für die ganze Familie. Ich freue mich immer, wenn sich der Schlossplatz mit Leben füllt.
- Oldenburger Integrationspreis: Im Anschluss war ich bei einer sehr berührenden und bewegenden Preisverleihung. Mein herzlicher Glückwunsch geht an Pena.Ger, das Theaterprojekt „Digga denk mal nach“und Bayan Anouz mit dem Projekt „Meine Stimme zählt“. Solche Initiativen zeigen, wie viel Kraft, Mut und Zusammenhalt in unserer Stadtgesellschaft stecken. Darin liegt die wahre Stärke einer engagierten Stadt!
Schwerpunkt: Eine neue politische Kultur für Oldenburg
Ich finde: Politik darf nicht nur darüber reden, was sie will. Sie muss auch verändern, wie sie arbeitet.
Ich werde als Oberbürgermeister nicht top-down regieren. Oldenburg braucht keinen Chef, der Anweisungen nach unten gibt und auf eingespielte Machtzirkel oder Parteikreise setzt. Oldenburg braucht verantwortungsvolle Führung, ein zukunftsfähiges Zielbild und eine gute Zusammenarbeit: im Rathaus, mit dem Rat und vor allem mit der Stadtgesellschaft.
Ich möchte mit den Dezernentinnen und Dezernenten ein starkes Team aufbauen. Ein Oberbürgermeister, der meint, alles für alle zu entscheiden, überschätzt sich maßlos. Wir haben tolle Menschen in der Stadt. Sie zu unterstützen, ihre Fähigkeiten, Interessen, ihr Können und Wissen an der richtigen Stelle einzubringen, ist die eigentliche Aufgabe eines Oberbürgermeisters.
Das ist eine neue Kultur: Mit klaren Zielen, guter Abstimmung und dem Anspruch, Probleme ressortübergreifend zu lösen. Verwaltung muss raus aus dem Silo. Das will sie auch, aber sie benötigt einen Oberbürgermeister, der das unterstützt und nicht blockiert.
Gleichzeitig werde ich Politik wieder verständlicher, transparenter und verbindlicher machen. Weniger Hinterzimmerlogik, weniger parteitaktisches Klein-Klein, mehr Offenheit, Klarheit und Tempo in der Umsetzung. Daran will ich mich messen lassen.
Vier Punkte, für die ich mich einsetze:
- Führen im Team statt von oben herab: Ich will mit den Dezernentinnen und Dezernenten eine gemeinsame Arbeitskultur erarbeiten. Klare Verantwortung, regelmäßige Abstimmung, gemeinsame Prioritäten. Gute Stadtpolitik entsteht nicht durch Einzelkämpfer, sondern durch ein starkes Führungsteam mit Kompetenz, Empathie und Transparenz.
- Ressortgrenzen überwinden: Viele Probleme scheitern heute daran, dass Ämter nebeneinander statt miteinander arbeiten. Ich will die Zusammenarbeit über Dezernate hinweg stärken, damit Verwaltung schneller, intelligenter und wirksamer wird.
- Eine moderne und dienstleistungsorientierte Verwaltung: Verwaltung muss für die Menschen da sein — nicht umgekehrt. Ich will digitale, einfache und nachvollziehbare Verfahren, mehr Servicequalität und eine Verwaltung, die Lösungen möglich macht, statt sich hinter Zuständigkeiten zu verstecken. Ich bin mir bewusst: das beginnt beim Oberbürgermeister selbst.
- Mehr Transparenz und bessere Zusammenarbeit in der Politik: Ich will ein offenes Rathaus, nachvollziehbare Prozesse und einen anderen Stil im Umgang mit Rat, Verwaltung und Öffentlichkeit. Weniger Machtspiel, mehr gemeinsame Verantwortung für die Stadt. Das heißt, dass Initiativen, Vereine und generell engagierte Akteure eingeladen, gehört und gesehen werden und sie Rückenwind aus dem Rathaus spüren.
Die ersten 100 Tage
- Gemeinsame Arbeitsagenda mit den Dezernaten: In den ersten Wochen will ich mit den Dezernentinnen und Dezernenten eine klare gemeinsame Agenda für die wichtigsten Vorhaben der Stadt erarbeiten — verbindlich, transparent und mit klaren Zuständigkeiten und an einer klaren Vision für Oldenburg orientiert: zukunftsfähig, innovativ, lebenswert!
- Inventur der Verfahren und Zuständigkeiten: Ich will zügig prüfen lassen, wo Abläufe unnötig kompliziert, langsam oder widersprüchlich sind. Was Menschen und Mitarbeitende ausbremst, muss auf den Tisch — und dann vereinfacht werden.
- Neuer Führungsstil im Rathaus: Ich werde von Anfang an deutlich machen: Zusammenarbeit, Offenheit und Serviceorientierung sind für mich keine Nebensache, sondern Führungsauftrag.
Termine
Diese Woche bin ich im Urlaub. Deshalb finden keine Vor-Ort-Termine statt. Nur unser Aktionsteam trifft sich online.

Danke!
Ich wünsche Dir und Deinen Liebsten frohe Ostern, eine schöne Zeit mit Familie und Freunden und hoffentlich ein bisschen Sonne.
Danke an alle, die diesen Wahlkampf unterstützen, mitdenken, mitdiskutieren und mithelfen.
Wenn Du Menschen kennst, die sich ebenfalls eine offenere, modernere und bürgernähere Politik für Oldenburg wünschen, dann leite diesen Newsletter gern weiter.
Oldenburg. Mit Dir!
Herzliche Grüße
Jascha
