Eine neue politische Kultur
31. März 2026Wochenbriefing 13
Moin,
vor ein paar Tagen hat mir jemand aus meiner neuen Nachbarschaft in Donnerschwee eine Geschichte erzählt, die mich nicht mehr loslässt: Beim „Tisch für alle“ in der Donnerschwee-Kaserne wollte ein Ehrenamtlicher Kaffee für die Nachbarschaft gegen einen kleinen Obolus für einen Verein ausschenken. Dafür musste er eine Lizenz beantragen. Und bezahlen. Für nachbarschaftlichen Kaffee.

Das ist absurd. Und es ist ein Beispiel dafür, was ich als Oberbürgermeister ändern will: Wenn sich Menschen für ihre Stadt engagieren, darf die Verwaltung nicht zur Hürde werden. Sie muss zur Partnerin werden.
Dabei ist genau Donnerschwee ein Ort, der zeigt, was passiert, wenn Nachbarschaft ernst genommen wird: Ein „Tisch für alle“, Spielplätze, die von Nachbar:innen mitgestaltet werden, ein Community Garden, ein Bürgerverein, ein Runder Tisch, engagierte Jugendkulturarbeit und mehr. Das passiert nicht zufällig. Das machen Menschen, die sagen: Das hier ist unsere Nachbarschaft, und wir gestalten sie mit.
Ob Feuerwehr, THW, Bürgervereine, aktive Nachbarschaftshilfe, Jugendarbeit, Tafel, Umweltinitiativen oder Runde Tische: Engagement hat viele Gesichter. Und es wird gebraucht, weil eine Stadt es mit Politik und Verwaltung allein nicht schafft. Und weil es Menschen glücklich macht, einen Beitrag zu leisten und Einsamkeit entgegenzuwirken. Dieses Engagement verdient Rückenwind, nicht Gegenwind.
Die letzte Woche in 60 Sekunden
AG Vielfalt der Grünen: Ein Austausch, der mir gezeigt hat, wie vielfältig die Lebenswirklichkeiten unserer Stadt sind. Wichtige Erkenntnis: Wir haben in der Verwaltung bereits engagierte Mitarbeiter:innen, die beim Thema Inklusion hervorragende Arbeit leisten. Das ist eine Grundlage, auf der wir aufbauen können und müssen.
- Strategiegruppe und Aktionsteam: Wir haben tolle Wahlkampf-Aktionen für den Sommer geplant. Unser Ziel: raus zu den Menschen, ins Gespräch zu kommen, aktive Stadtentwicklung gemeinsam sichtbar zu machen.
- Woche gegen Rassismus: Ich konnte leider bei der Eröffnung nicht selbst dabei sein, aber das Thema ist mir sehr wichtig. Rassismus und Menschenfeindlichkeit haben keinen Platz in Oldenburg. Hier ist das Programm für die gesamte noch laufende Woche.
- Sendung mit Oeins: Für „Mehr Älter Bunter“ bereiten wir eine Sendung vor, Aufzeichnung ist am 16. April. Ich freue mich auf die Diskussion und berichte euch, wann ihr die Ausstrahlung sehen könnt. Mehr dazu
- Mobilitätsworkshop (Grüne + CDU): Konstruktive Zusammenarbeit zu Mobilitätsthemen über Parteigrenzen hinweg. So geht das. Und die Ergebnisse kommen hier natürlich auch in Kürze.
- Frühlingsempfang der Grünen mit Alexis Angelis: Ein Vortrag über Stadtentwicklung, der mir aus dem Herzen gesprochen hat: Mehr Akteure zusammenbringen, mehr Mut für Projekte, die unternehmerisch angepackt werden. Und eine klare Botschaft: Das Areal nördlich des Bahnhofs ist zentral für Oldenburgs Zukunft. Gut, dass wir so engagierte Architekt:innen und Stadtentwickler:innen in der Stadt haben.
Und das möchte ich euch auch nicht vorenthalten: Die Aufzeichnung der Podiumsdiskussion beim Forum Zukunft Stadt
Schwerpunkt: Beteiligung und Bürgerengagement
Ich arbeite seit 20 Jahren in der Bürgerbeteiligung mit Politik und Verwaltung. Ich habe erlebt, was funktioniert und was scheitert.
Beteiligung scheitert, wenn sie Scheinbeteiligung ist: wenn Bürger:innen nur mitgenommen werden sollen, um Bestätigung für bereits getroffene Entscheidungen zu liefern. Sie scheitert auch, wenn nur diskutiert und gefordert wird, ohne dass jemals Lösungen entstehen, oder wenn große Forderungskataloge entstehen, die in den Schubladen verschwinden.
Beteiligung gelingt, wenn Menschen aktiv an der Entwicklung von Lösungen mitwirken. Wenn sie Verantwortung für die Ergebnisse übernehmen. Und wenn sie erleben, dass ihre Vorschläge Gehör finden und umgesetzt werden. Das ist keine Theorie. Das ist meine Erfahrung aus Hunderten von Projekten. Und ich stehe dafür, diese Kultur der Beteiligung nach Oldenburg zu bringen.
Bürgerbeteiligung ersetzt nicht die Ratsarbeit und trifft keine politischen Entscheidungen. Dafür haben wir unser repräsentatives System. Aber sie bringt Alltagswissen ein, das Politik und Verwaltung alleine nicht haben. Und sie hilft, Lösungen zu entwickeln, die von Menschen getragen werden.
Vier Projekte, für die ich mich einsetze:
- Die Stadtwerkstatt: Ein Ort, an dem Stadtentwicklung sichtbar wird. Stellt euch einen festen Ort in der Innenstadt vor, an dem ihr jederzeit sehen könnt, woran die Stadt gerade arbeitet. Wo der Oberbürgermeister und die Verwaltung transparent informieren und alle gemeinsam an Lösungen arbeiten. Ein Coworking-Space für Stadtentwicklung. Ein dritter Ort, der Initiativen vernetzt und Politik, Verwaltung und Bürger:innen zusammenbringt. Ich mache solche Formate seit vielen Jahren. Sie funktionieren.
- Stadtteil-Bürgerhaushalte: Geld für eure Ideen. Die Stadtteilbudgets gibt es schon, das ist großartig. Entscheiden sollten darüber aber die Menschen in den Stadtteilen selbst. Nicht per Antrag, sondern über Stadtteil-Bürgerhaushalte. Gemeinsam, z.B. mit den Runden Tischen oder Bürgervereinen. Mit kleinen Summen lässt sich viel bewegen, wenn die richtigen Leute entscheiden. Lebensqualität braucht keine Großprojekte.
- Bürokratie abbauen: Engagement unterstützen statt ausbremsen. Die Geschichte mit der Kaffeelizenz am „Tisch für alle“ steht für ein größeres Problem. Wer sich ehrenamtlich engagiert, braucht Unterstützung, keine Formulare. Als Oberbürgermeister will ich, dass die Verwaltung fragt: „Wie können wir euch helfen?“ statt: „Habt ihr eine Genehmigung?“
- Mitsprache für alle: Gremien für diejenigen, die zu selten gehört werden, beispielsweise Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Behinderungen. Sie haben viel zu sagen, aber zu wenig Formate, in denen sie gehört werden. Ich will transparente, demokratische Mitsprachegremien schaffen und sie fest in die städtische Governance integrieren. Es gibt bereits gute Initiativen: eine Initiativgruppe für ein Jugendparlament oder den Behindertenbeirat. Ich möchte ihnen strukturiert und transparent mehr Gehör in Politik und Verwaltung verschaffen.
Die ersten 100 Tage
KickOff Stadtwerkstatt: In den ersten Wochen eröffne ich die Stadtwerkstatt als sichtbares Zeichen für eine neue Form der Zusammenarbeit und der gemeinsamen Stadtentwicklung. Ein Ort, der gemeinsam mit den Bürger:innen entsteht.
Taskforce „Engagement ermöglichen“: Gleichzeitig richte ich in der Verwaltung eine Taskforce ein, die einen klaren Auftrag hat: Hürden für bürgerschaftliches Engagement identifizieren und abbauen, Unterstützung für Engagierte verstärken. Keine Ehrenamtliche soll mehr eine Lizenz brauchen, um Kaffee für einen guten Zweck auszuschenken.
Termine: Seid dabei!
Di, 24.03.2026 — Social-Media-Team Themen, Posts, Formate: gemeinsam planen und umsetzen.
Do, 27.03.2026, 17:00 Uhr – Preisverleihung Oldenburger Integrationspreis, Kulturetage. Eine wichtige Anerkennung für das Engagement in unserer Stadt.
Di, 31.03.2026 — Aktions-und-Stadtwerkstatt-Team: Nächste Schritte für den Sommer.

Danke!
Engagement lebt davon, dass Menschen mitmachen. Das gilt auch für diesen Wahlkampf.
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Oldenburg. Mit Dir.
Herzliche Grüße, euer Jascha
