Aufbruch
Liebe Christdemokratinnen, liebe Christdemokraten,
Lieber Niklas, lieber Kreisvorstand und Vorstände und Mitglieder der Frauenunion, der Mittelstandsunion und der Jungen Union
Dank
Herzlichen Dank, dass Sie und ihr alle mich so herzlich in eure politische Familie aufgenommen habt. Trotz der anfänglichen Vorbehalte wurde mir mit Interesse, Neugier und Offenheit begegnet; ich konnte mir vorstellen, wir konnten diskutieren, und das ein oder andere Mal wurde ich auch – ich gucke hier zu Frau Averbeck – gegrillt. Aber immer sportlich, demokratisch und im Geiste eines wirklichen Kennenlernens. Ich bin durch die Stadtbezirksgruppen, war beim Sommerfest, bei der Mittelstands- und Frauenunion sowie bei der Jungen Union. Ich ziehe aus diesen Begegnungen den Schluss, dass ich auf engagierte Menschen in einer starken Partei getroffen bin, denen allen Oldenburg und seine Menschen am Herzen liegen. Und auch wenn wir uns nicht immer in allen Punkten einig waren, habe ich das Vertrauen, dass wir gut zusammenarbeiten und Differenzen im Sinne der Sache überwinden können.
Über mich
Für die, die nicht bei diesen Runden dabei waren: ein paar kurze Worte noch einmal zu mir. Mein Name ist Jascha Rohr. Ich bin in Oldenburg geboren, habe den größten Teil meines Lebens in und um Oldenburg verbracht, sodass ich Oldenburg als meine Heimat und meinen Lebensmittelpunkt zähle. Ich habe meine Firma hier in der Moltkestraße. Als Kind war ich bei den Pfadfindern in Oldenburg. Ich habe selbst drei Kinder ins Erwachsenenalter begleiten dürfen. Mein eigener Sohn ist auch bei den Pfadfindern in Oldenburg. Es ist schön, wenn sich solche Kreise schließen.
Ich bin Unternehmer und mache seit ca. 20 Jahren Bürgerbeteiligung und berate Verwaltungen, Politik und Zivilgesellschaft wie Vereine und Bürgerinitiativen.
Ich bin parteilos und komme nicht aus der Verwaltung, aber ich kenne Verwaltungen jeder Größenordnung und habe zahlreiche Verwaltungsprojekte beraten, begleitet und mit durchgeführt.
Jetzt möchte ich meine Erfahrung und mein Wissen dort einbringen, wo ich mir eine größere Wirkung verspreche: als Oberbürgermeister meiner Heimatstadt Oldenburg.
Oldenburg
Ich muss hier niemandem sagen, dass Oldenburg eine lebens- und liebenswerte Stadt ist. Ich glaube, allen, die hier mal gelebt haben, liegt diese Stadt am Herzen.
Viele von uns sind hier geboren, andere sind hergezogen – aber alle, die einmal hierher gekommen sind, sagen: Oldenburg, das ist eine wunderbare Stadt, in der sich gut leben lässt.
Und wir wollen, dass das so bleibt. Damit Oldenburg auch in Zukunft diese lebenswerte Stadt bleibt, müssen wir gemeinsam anpacken, Verantwortung übernehmen und wieder mehr gestalten und unternehmen. Zusammen und nicht gegeneinander.
Oldenburg als Innovationsstadt
Oldenburg hat eine bewegte Geschichte, ist wichtig für die gesamte Metropolregion, ist die drittgrößte Stadt Niedersachsens und war immer wieder ganz vorne dabei. Oldenburg war immer dann stark, wenn wir den Mut hatten, Neues zu wagen und unternehmerisch zu denken und zu handeln.
Wir hatten eine der ersten Fußgängerzonen. Wir waren Fahrradstadt, bevor über Kopenhagen gesprochen wurde, und haben mit Münster um den ersten Platz gerungen. Wir haben Forschung und Technik, Gründerzentren. Selbst der Eversten Holz war ein frühes Beispiel für städtischen Naturschutz. Oldenburg ist so lebenswert, weil die Menschen hier immer wieder den Mut hatten innovativ zu sein und voranzugehen.
Ganz vorne dabei sind wir heute aber nicht mehr. Wenn ich auf internationalen Stadtentwicklungskonferenzen bin, wird Oldenburg nicht erwähnt. Und die Menschen spüren das. Die Aufbruchstimmung ist irgendwie abhanden gekommen. Ich setze mich dafür ein, dass Oldenburg wieder zurückkommt: an die Spitze einer modernen Stadtentwicklung.
Ich sehe Oldenburg als Innovationsstadt, in der die Menschen mit der Politik, der Verwaltung, der Wirtschaft und der Wissenschaft für ihre Stadt zusammenarbeiten und nach vorne bringen. Dafür stehe ich als Oberbürgermeister ein. Mit dem Mut, Entscheidungen zu treffen für eine moderne, nachhaltige und mitmenschliche Stadt, auf die wir gemeinsam stolz sein können und die den Menschen hier die Heimat gibt, die wir alle uns wünschen.
Herausforderungen, vor denen wir stehen
Aber wir wissen auch: Unsere Stadt steht vor großen Herausforderungen.
Klimawandel, künstliche Intelligenz, Angriffe gegen unsere Demokratie und westliche Werte von innen und außen, Digitalisierung, eine zerrissene Gesellschaft und bröckelnder sozialer Zusammenhalt, ein Gefühl, dass die Gesellschaft nicht mehr so sicher und stabil ist, wie sie einmal war, dafür sind wir in Oldenburg nicht alleine verantwortlich, aber das alles kommt auch in Oldenburg bei uns an.
Probleme lassen sich am besten dort angehen, wo man lebt: nämlich in der eigenen Stadt. Wir können die Herausforderungen nutzen, um nach vorne zu gehen.
Ich glaube dazu braucht es drei Dinge:
Ökonomie und Ökologie gehören zusammen
Ich bin überzeugt, dass sich Ökonomie und Ökologie nicht ausschließen, sondern zwingend zusammengehören, wenn wir zukünftigen Wohlstand und damit unseren Frieden und unsere Freiheit sichern wollen
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Neue Technologien und Materialien bedeuten auch neue Märkte für Oldenburger Unternehmen, die bereit sind, mit neuen Geschäftsmodellen zu antworten. Im Übrigen ist es auch so: Fachkräfte bleiben hier nicht nur wegen toller Jobs, sondern auch wegen unserer lebenswerten Stadt. Wenn diese Fachkräfte mit ihren Firmen genau diese lebenswerte Stadt mitentwickeln, dann schließt sich ein positiver Kreislauf, der unsere Stadt nach vorne bringt.
Gute Verwaltung
Wir brauchen dazu auch eine effiziente und agile Verwaltung. Die Stadt, das sind Politik, Verwaltung und Bürgerinnen und Bürger gemeinsam. Das ist mein Verständnis von kommunaler Verantwortung.
Unsere Stadt ist unser gemeinsames Projekt: wenn wir zuhören, verstehen, planen, gemeinsam handeln.
Ich werde mit klaren Zielen und Haltungen führen und möchte ein starkes Führungsteam mit den Dezernentinnen bilden. Eine moderne Verwaltung braucht eine neue Verantwortungskultur, effiziente, digitale Strukturen und Verfahren.
Ich setze mich für eine Organisationsanalyse, eine Inventur der internen Arbeitsprozesse und einen mit den Dezernentinnen und der Politik gemeinsam zu entwickelnden Neuzuschnitt der Ressorts ein.
Das Ziel: Menschen in Oldenburg sollen ihre Anliegen mit der Verwaltung zügig und einfach lösen können und Verwaltungsprojekte werden professionell und effektiv gemanagt.
Solide Finanzen
Seien wir ehrlich: Die Finanzen unserer Stadt sehen gerade alles andere als gut aus. Hinter dem Geld, das die Stadt ausgibt, stehen hart arbeitende Menschen. Ich weiß das. Meine Firma zahlt in Oldenburg Gewerbesteuer.
Der derzeitige Haushaltsentwurf weist ein Haushaltsdefizit von 89,3 Millionen Euro aus. Da kann einem schon Angst und Bange werden. Aber Kneifen gilt nicht.
Die Stadtkämmerin selbst warnt im Haushaltsentwurf, dass in 2026 noch deutlichere Anstrengungen unternommen werden müssen, um Aufwandsreduzierungen beziehungsweise Ertragssteigerungen zu erreichen. Noch deutlichere Anstrengungen heißen in der Sprache von Zeugnissen „sechs setzen“.
Ich will, dass wieder mehr ökonomischer Verstand ins Rathaus zieht. Wenn wir Geld ausgeben, sollte es immer eine echte Investition in die Zukunft sein.
Ich werde mich für besseres Controlling, volle Transparenz auch der Eigenbetriebe einsetzen. Ausschreibungen und Vergaben müssen budgetär sauber ausgearbeitet und professionell überprüft werden. Und ich werde mehr Druck auf Land und Bund machen, die Kommunen in ihren Aufgaben zu unterstützen, insbesondere mit Blick auf das Klinikum.
Wir müssen auch in den nächsten Jahren in die Bildung unserer Kinder, in eine nachhaltige Stadt, in die Digitalisierung und in die Förderung unserer Oldenburger Wirtschaft investieren. Dafür brauchen wir wieder mehr Spielraum.
Mut zu einer anderen Haltung und Zusammenarbeit
Der Begriff Übermorgenstadt kam übrigens von einem CDU-Oberbürgermeister mit grüner Unterstützung. Herr Schwandtner hatte den Mut, groß zu denken und hat vieles für diese Stadt bewegt. Zu seiner Zeit herrschte mehr Aufbruchstimmung.
Ich finde es bezeichnend, dass genau dieser Begriff und das von ihm entworfene Stadtdesign abgeschafft wurden. Ich will wieder zu Aufbruchsstimmung und Mut zurück. Oldenburg soll wieder eine Innovationsstadt sein – nicht irgendwann, sondern jetzt.
Lösungen
Wirtschaft als Teil der Lösung
Ich möchte, dass Oldenburg zur gründerfreundlichsten Stadt Deutschlands wird, in der Menschen mit Ideen Unternehmen und Organisationen aufbauen und Projekte machen, in der das Handwerk Zukunft hat, in der Mittelstand und Wissenschaft Hand in Hand arbeiten.
Ich will eine Wirtschaft, die mit und für die Menschen arbeitet. Ich will dazu u.a. mit den Landkreisen um uns herum Kooperationen eingehen für Standortentwicklung, für Energieprojekte und abgestimmte Förderstrategien. Und ich möchte, dass dem Unternehmen beim Generationenwechsel, bei der Digitalisierung, bei der Anpassung von Geschäftsmodellen an die Herausforderungen unserer Zeit geholfen wird.
Moderne Stadtentwicklung und Mobilität
Eine moderne nachhaltige Stadtentwicklung und insbesondere ein funktionierendes Mobilitätsystem stehen oben auf meiner Agenda. Ich hoffe, Sie legen es mir als Mut aus, dieses Thema auf meiner Aufstellungsversammlung anzusprechen.
Ich bin überzeugt: Wir brauchen ein nachhaltiges und klimafreundliches Mobilitätssystem. Und wir brauchen ein Mobilitätssystem, das für alle funktionieren muss: Menschen müssen von A nach B kommen, Waren müssen von A nach B kommen, schnell und bequem, günstig und sauber, fair für alle. Menschen mit Behinderungen, alte Menschen oder Handwerkerinenn dürfen nicht zu Leidtragenden werden. Wenn wir uns auf all diese Ziele verständigen können, dann bin ich auch überzeugt, dass wir gute Lösungen dafür finden.
Elektromobilität und autonomes Fahren werden kommen, im Individualverkehr wie im ÖPNV. Auch die Parkplatzsuche und -bezahlung werden sich digitalisieren und viele Optionen für eine gerechte Steuerung öffnen. Wir brauchen endlich ein funktionierendes Park-and-Ride-System und einen günstigen, zuverlässigen und bedarfsgerechten ÖPNV. Ich wünsche mir ein Liefersystem für Oldenburg, von dem die Händler und Marktbeschicker profitieren: heute bei Oldenburger Unternehmen und Marktständen eingekauft oder bestellt, heute noch zu Hause angekommen. Wir müssen Mobilität über bessere Angebote statt Verbote steuern.
Ich stehe für eine moderne nachhaltige Stadt. Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir auf der Brache hinter dem Bahnhof ein modernes, urbanes und zugleich nachhaltiges Quartier entwickeln. Wenn in Schweden ein ganzer Stadtteil mit großstädtischen Gebäuden klimafreundlich aus Holz gebaut werden kann, warum sollten wir das in Oldenburg nicht auch können?
Wohnen und Bauen
Und ich will mich dafür einsetzen, dass jeder in Oldenburg gut wohnen kann. Dass sich Studierende, junge Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende eine Wohnung leisten können. Dass es wieder selbstverständlich ist, sich mit einem durchschnittlichen Einkommen ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen zu können.
Das geht nicht mit einer Maßnahme alleine, sondern mit einer Vielzahl von Maßnahmen:
- nachhaltig und dem Stadtbild angemessen neu bauen und nachverdichten
- Beratung und Angebote schaffen, um Einfamilienhäuser, in denen nur noch wenige Menschen leben, in mehrere Wohnungen aufzuteilen.
- Wohngenossenschaften aufbauen.
- Auch Unternehmen können dazu beitragen, Wohnräume zu schaffen
Gute Wohnangebote tragen zu lebendigen Stadtteilen bei. Gemeinsam mit Vereine, Kitas, Schulen, einer guten Nahversorgung entstehen so Quartiere für in denen Familien gerne leben, starke Nachbarschaften entstehen und Generationen zusammen kommen
Sicherheit und Ordnung
Am Ende ist unsere gemeinsame Aufgabe doch die:
In unsicheren Zeiten, müssen wir Sicherheit und Orientierung geben und eine Heimat, in der sich alle aufgehoben und wertgeschätzt fühlen.
Eine Stadt, die mit einer echten Beteiligung von Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung neue Wege geht. Eine Stadt, in der die, die die Stadt nach vorne bringen, Wertschätzung und Anerkennung bekommen: von der Pflegekraft und dem Kassierer über Handwerksmeister, Gründerinnen, Lehrer, Kulturschaffende bis zu Unternehmerinnen.
Wie ich als Oberbürgermeister arbeiten werde und wie wir Wahlkampf machen werden
Als Oberbürgermeister treffe ich nicht die politischen Entscheidungen, das macht der Rat, so wie er nächstes Jahr gewählt wird. Meine Aufgabe ist es, eine gute Zusammenarbeit zu organisieren, Brücken zu bauen, Lösungen mit allen Beteiligten zu entwickeln und diese durch die Verwaltung umzusetzen.
Ich stehe für ein Rathaus, in dem gemeinsam gestaltet und nicht nur verwaltet wird, das zuhört statt zu blockieren, kooperiert statt zu konfrontieren. Ich will anpacken, gemeinsam Projekte umsetzen und Hürden abbauen. Ich glaube an Pragmatismus, und an gute Konzepte. Und ich verbürge mich für Verbindlichkeit, Respekt, Anstand und Unternehmergeist.
Ich bewerbe mich heute bei Ihnen um das Vertrauen, dass ich Brücken bauen und diese Zusammenarbeit organisieren kann. Dass ich mich für ein modernes, zukunftssicheres Oldenburg einsetze, und dass ich den Mut habe, Oldenburg wieder dorthin zu führen, wo es hingehört: ganz nach vorne.
Vielen Dank.